INDUKTIONSERWÄRMUNG
für die industrielle Anwendungen
[Einführung] [Design] [Anwendung] [Vorteile]
Die Induktionsheizung selbst wird seit mehr als 50 Jahren
kommerziell eingesetzt und trotzdem ist sie bis heute
für ein breiteres Publikum weitgehend unbekannt.
Dank der modernen Technik (Transistoren) haben heutige
Geräte nur 1/10 des Gewichtes im Vergleich zu den
früheren Geräten. Die kompakte Bauweise, kleines
Gewicht , Flexibilität der Anwendungen und angemessener
Preis ermöglichen heute eine breite Anwendung der
induktiven Erwärmung.
Mit diesem Artikel möchten wir die wichtigsten
Einsatzgebiete kurz vorstellen und gleichzeitig den Leser
anregen sich eigene Gedanken über mögliche Anwendungen
im eigenen Tätigkeitsbereich zu machen. Es sind
unzählige Anwendungen denkbar, die Grenzen werden nur
durch eigene Kreativität und Innovation gesetzt.
Was ist Induktionsheizung?
Die Induktive Erwärmung unterscheidet sich
grundsätzlich von den meisten anderen Erwärmungsarten.
Die Wärme entsteht im Werkstück selbst und es wird kein
Wärme-Übertragungsmedium benötigt ( z.B. Luft oder
irgend eine leitende mechanische Verbindung). Die
elektrische Energie wird dem aufzuheizenden Werkstück
durch ein Magnetfeld übertragen.
Die Energie der Induktionsspule zugefügt wird ( P
Spule
)
ist um einiges grosser als die Energie die in
Werkstücktemperatur umgesetzt wird . Durch grosse
Ströme in der Induktionsspule entstehen im Kupfer (die
Induktoren sind fast immer aus Kupfer) grosse Verluste.
Somit bewegt sich der sogenannte Wirkungsgrad der
Zylinderspule von max. 90 % ( Werkstück aus Stahl ) bis
max 40% ( Werkstück aus Kupfer ). Der Wechselstrom wird
von einem HF Generator erzeugt der eine Effizienz von 90
bis 95 % hat ( abgegebene Leistung in der Spule /
Netzleistung ).
[Design] [Einführung] [Anwendung] [Vorteile]
Der statische Frequenzumrichter ist konzipiert für den Einsatz bei verschiedensten induktiven Erwärmungs- bzw. Schmelzprozessen. Die kompakte, fast vollständig geschlossene Bauweise ermöglicht die Benutzung in industrieller Umgebung, selbst bei erschwerten Aufstellungsbedingungen. Sämtliche Komponenten sind in einem Gehäuse untergebracht, anschlussfertig für Netz und Kühlwasserversorgung.
Die Bedien- und Instrumentierungsgeräte des Generators befinden sich auf der Stirnseite des Gerätes. Die Anordnung der Tasten, Signallampen und Anzeigen sorgen mit ihrer klaren Übersicht für eine einfache Bedienbarkeit.
Die Zuverlässigkeit des Umrichters wird durch eine zweistufige Überwachung aller wichtigen elektrischen und thermischen Arbeitsdaten erreicht. Die Technik der Frequenzumformung beruht auf einem Parallel-Schwingkreis auf der Lastseite, bestehend aus Leistungskondensatoren und Induktionsspule. Die Werte (Induktivität und Kapazität) dieser Bauelemente bestimmen die Arbeitsfrequenz. Der Lastschwingkreis ist an eine Stromquelle angeschlossen. Die Stromquelle ist aus 6pulsigem Gleichrichter, Chopper, Ferrit-Transformer und Glättungsteil gebaut.
Figur 1
Durch den Haupttransformator erfolgt eine Potentialtrennung zwischen dem Netz und der Last. Dadurch gibt es keinen Kurzschluss am Netz, falls die Last geerdet wird. Das Ein- und Ausschalten der H-Brücke erfolgt durch das Ein- und Ausschalten des Choppers. Durch diese Lösung spielt es keine Rolle, wie oft und unter welcher Last die Hochfrequenz Ein- und Ausgeschaltet wird. Es werden dafür keine mechanischen Kontakte benötigt.
[Anwendung] [Einführung] [Design] [Vorteile]
Die Tatsache, dass für die Wärmeübertragung kein
Medium notwendig ist, ermöglicht , dass mit
Induktionsheizung auch die Objekte erwärmbar sind ,
welche mit konventionellen Wärmequellen nur schlecht
oder gar nicht erwärmt werden können.
Z.B. mit Induktionsheizung können verschiedene
metalische Teile in Vakuum erwärmt werden. Auch die
Teile welche von Induktionsspulen durch nichtmetallische
Wände getrennt sind, können spielend erwärmt werden
(die häufigste Anwendung ist Schmelzen von Metallen in
keramischen Tiegeln).
Es sind auch neue Anwendungen vorstellbar, z.B. durch
Vermischen von metallischen und nichtmetallischen Stoffen
können auch nichtmetallische Materialien an
unzugänglichen Stellen erwärmt werden (z.B. Erwärmung
von plastischen Massen, Klebstoffen, etc.).
Leitende Flüssigkeiten können ebenfalls erwärmt
werden. Die Anwendungen in Nahrungsmittelindustrie für
Erwärmung von Sossen, Suppen und ähnliches sind
durchaus denkbar.
In der Glasindustrie kann Glas in Irridiumplatin-Tiegel
schnell und energiesparend geschmolzen werden (keine
lange Vorheizzeit wie im Schamott- Ofen ).
| 20kW Generator in zwei Ausführungen: | |
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| mit einem flexiblen Anschluss welcher z.B. mit Roboterarm bewegt werden kann | mit Fixanschluss für stationäre Einsätze (z. B. Drahterwärmung im Durchlauf) |
In der nachfolgende
Tabelle sind diverse schon lange bekannte Anwendungen
Zusammengefasst um den Leser einen Überblick über
Fülle den potenzialen Möglichkeiten aufzuzeigen.
Bild 4
Dieses Bild zeigt das
Induktiv-Rohrschweissen im Durchlaufverfahren.
Unmittelbar nach dem Induktor
werden die wie Teig weichen Rohrränder mit Staurollen
zusammengepresst
Anwendungen der Induktionsheizung
| Anwendung | Vorteile der Induktionsheizung | |
| 1 | Dehnen
von Metallen Aufschrumpfen von Ringen, Hülsen und Räder. Teile werden gleichmässig erwärmt. Die erwärmten Teile werden zu Montageplätzen zugeführt. Durch natürliche Kühlung bzw. Kontaktkühlung, durch Berühren der kälteren Werkstücke, entsteht mechanischer Kontakt mit kälterem Werkstück ( z.B. Montieren von Kugellagerringen auf die Achse ). |
-
Rasche Betriebsbereitschaft - keine "hot spots" - kurze Erwärmungszeit - exakte Dosierung und Reproduzierbarkeit der Erwärmung - geringe Wärmeabstrahlung an die Umgebung |
| 2 | Bläuen
von Stahlbänder, Sägeblätter,..... Korrosionsschutz durch Oberflächenoxydation der Stahlbänder. Bläuen ist auch mit gehärtetem Stahl durchführbar , ohne dass dabei Härteabfall eintritt. Durchlauferwärmungsprozess mit Werkstück - Geschwindigkeit von 10 bis 100 m/Min. |
-
Rasche Betriebsbereitschaft - es entstehen keine heisse Abgase wie bei der indirekten Flammenheizung - es entstehen keine umweltfeindlichen Stoffe wie bei chemischen Bläuung. - exakte Dosierung und Reproduzierbarkeit der Erwärmung ( Die Oberflächentemperatur des Stahlblech ist unabhängig von Liniengeschwindigkeit). |
| 3 | Härten Induktionshärten ist heute das wirtschaftlichste Verfahren für Härten eines Teiles der Werkstückoberfläche. Für Härten der ganzen Werkstückoberfläche eignen sich Thermo - chemische Verfahren besser. |
-
Rasche Betriebsbereitschaft - Behandlungszeit in Sekunden - keine Verzunderung - Nachbehandlungen ( Richten, Abschleifen und Anlasen ) entfallen - Gleichbleibende Härtequalität |
| 4 | Verbindungswärmen Löten Im Vergleich mit Ofen und Flamme , gilt für die Erwärmungsgeschwindigkeit des Werkstückes folgende Relation 1 : 200 : 1000 ( Ofen, Flamme , Induktion ) Schweissen Längsnahtschweissen an Rund und Profilrohren aus Stahl, Messing und Leichtmetallen. |
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Rasche Betriebsbereitschaft - Wirtschaftlichkeit bei grösseren Stückzahlen - Gleichbleibende Lötqualität - Geringe Energiekosten während Pausen und Leerlauf - Gleichbleibende Schweissqualität - keine schleifenden Abnutzungsteile - hohe Schweissgeschwindigkeit ( über 100 m/min ) |
| 5 | Abbau
von Spannungen in Metallen - Vorwärmen nach dem Schweissen Vorbeugung der Bildung der Spannungen und der Entstehung von Härtezonen durch ein gezieltes Erwärmen. - Weichglühen ( Härteabbau ) - Rekristallisationglühen Abbau der Spannungen nach Kaltverformung |
-
Rasche Betriebsbereitschaft - Partielles Weichglühen ohne Wärmeabwanderung in Nachbarzonen |
| 6 | Erwärmen
von Rohlingen zum anschliessenden Warmumformen in Presse und Schmiedemaschinen |
-
Rasche Betriebsbereitschaft - saubere Werkstücke - Geringe Randköhlung - Konstante Schmiedetemperaturen - weniger Risse im Vergleich zum Strahlungsofen - erhöhte Wechselfestigkeit und Kerbschlagfestigkeit |
| 7 | Schmelzen - Schmelzen von Metallen Al, Au, Ms, Cu und Ag in Graphittiegel Nickel und Eisen in Aluminiumoxidtiegel . Platin und Palladium in Zirkodiumoxidetiegel - Kernauschmelzen ( wird z.B. in Autoindustrie für Herstellung von Ansaugröhren verwendet ) |
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Rasche Betriebsbereitschaft - genaue Temperaturkontrolle - elektrodynamische Durchmischen des Schmelzgutes - kurze Schmelzzeiten |
| 8 | Verschiedenes - Schmelzen von nicht metallischem Material ( zum. B. Glas ) - Epitaxi Anlagen für die Halbleiterfabrikation - Sintern ( Herstellung von Verbundstoffen ) - Werkzeugerwärmung an Kunststoff- Maschinen - Induktive Deckelverklebung ( z.B. Joghurt Deckel ) |
[Vorteile] [Einführung] [Anwendung] [Design]
1. Genauigkeit der Dosierung
ist der bedeutendste Vorteil der induktiven Erwärmung.
Die zugeführte Wärme kann unabhängig von den
Schwankungen der Stromversorgung oder ähnlichem, in
engsten Grenzen reguliert werden. Durch Einsatz des
Pyrometers (Messung der Temperatur durch Infrarot
Abstrahlung) und eines Temperaturreglers können
beliebige Temperaturverläufe nachgebildet werden.
2. Max. Produktionsgeschwindigkeit
Die Erwärmungsenergie kann so schnell, wie es das
Material erlaubt, zugeführt werden. Im Vergleich zur
Strahlungserwärmung bringt dies eine Steigerung der
Produktionsgeschwindigkeit bis zum Faktor 1000.
3. Erwärmung von Objekten die sonst unerreichbar sind
Metallteile in Kunststoff/Vakuum/Wasser/Holz etc.
4. Geringer Platzbedarf
als Strahlungs- Erwärmungsanlagen.
5. Verbesserung der Arbeitsbedingungen
- durch Wegfallen von Schmutz und Rauch
- durch die Tatsache dass die Wärme im Material selbst
entsteht und daher die Wärmestrahlung sehr klein ist
6. Besserer Wirkungsgrad
- keine Wärmeverluste
- keine Wärme in der Umgebung
7. Gleichmässige Qualität
Da die oben erwähnten Eigenschaften der induktiven
Wärme eine örtliche Begrenzung der Erwärmung, genaue
Dosierung, grosse Arbeitsgeschwindigkeit und keine
Verformung des Werkstückes mit sich bringen, zeichnen
sich die Erzeugnisse durch grosse Gleichmässigkeit und
Qualität aus.